Zinskommentar Mai 2017 – Finanzmärkte im Freudentaumel nach der Wahl in Frankreich

baufinanzierung marktlage

Vor dem Brexit, dem Amtsantritt von Trump und dem Machtwechsel in Frankreich haben die meisten Experten vermutet, dass die Märkte kaum in Mitleidenschaft gezogen werden. Genauso ist es geschehen und die Märkte blieben ruhig, da beispielsweise die Präsidentschaftsernennung von Emmanuel Macron bereits in die Analysen eingespeist waren. Lediglich die anstehenden Parlamentswahlen in Frankreich könnten einen Einfluss nehmen, da sich erst dann entscheidet, ob Macron die angekündigten Reformen tatsächlich realisiert.

Was Frankreichs geldpolitische Ziele mit den Bauzinsen vereint
Macron hat die Stärkung der französischen Wirtschaft im Fokus seiner politischen Zielsetzung. Das bedeutet, der Anleihenmarkt würde sich erholen und die Aufschläge für deutsche wie US-amerikanische Anleihen würden sukzessive sinken. Die Girozentrale Deutschlands fokussiert sich in der Renditeaussicht derweil auf die Zinsen von Staatsanleihen bei zehnjähriger Laufzeit. Zahlreiche Kreditinstitute refinanzieren Immobiliendarlehen durch Pfandbriefe, wodurch sich eine Kettenreaktion abzeichnet und die Zinsen bei Staatsanleihen steigert, während sich Baufinanzierungszinsen in Folge verteuern. Unter Nicolas Sarkozy und François Hollande kam es in Frankreich zum Stillstand, der durch den Amtsantritt von Macron aufgehoben und in Wachstum umgelenkt werden könnte. Dieser Faktor beeinflusst die Inflationserwartungen im gesamteuropäischen Raum und wirkt sich auf einen möglichen Zinsanstieg, aber auch auf die psychologischen Einflüsse der Märkte aus. Die Umsetzung angekündigter Reformen nimmt noch einige Zeit in Anspruch, wodurch auch die Wirkung einige Jahre auf sich warten lassen wird.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Inflationsrate in Deutschland zeigt Überraschungspotenzial
Im März sank die Inflationsrate und im April stieg sie sprungartig an. Die erreichten 2 % sind der zweithöchste Wert im Rückblick auf die letzten beiden Jahre. Im April 2015 lag die Inflationsrate mit einem Minus von 0,1 % im negativen Bereich, wodurch sich der Entwicklungsschub in der Wirtschaft mit spürbarer Erholung nun nicht mehr von der Hand weisen lässt. Der Blick auf die Kerninflation zeigt allerdings auch, dass ein wirklich ausschweifendes Wachstum nicht vorherrscht. Dieser Aspekt hält die EZB dazu an, Überlegungen zu möglichen Zinsschritten mit Bedacht und ausreichend Vorlauf zu treffen. Alle saisonabhängigen und für Schwankungen anfällige Wirtschaftsgüter und Dienstleistungen sind in den Berechnungen ausgespart, worunter zum Beispiel Energiekosten und Lebensmittelpreise fallen.

Fakt ist aber, dass die Kerninflation in Deutschland wächst, auch wenn ein sprunghafter Anstieg nicht erkennbar und eher von einem moderaten Anstieg die Rede ist. In Deutschland liegt sie bei 1,6 % und in gesamteuropäischer Betrachtung bei einem Wert von 1,2 %. Eine weiter kontinuierliche straffe Entwicklung basiert aktuell aber lediglich auf Vermutungen, wodurch eine konkrete Prognose nicht zu treffen ist. Fakt ist aber, dass sich die Inflationswerte nach dem kurzen Absacken im März stabilisiert haben und nun einen kontinuierlichen Anstieg aufzeigen.

Welche Auswirkungen hat dies auf die Bauzinsen
Im letzten Monat gab es beispielsweise Schwankungen im Bereich von 0,1 % beim Bauzins für die zehnjährige Zinsfestschreibungen. Dabei handelt es sich um die übliche Volatilität. Bei der Annäherung der Kerninflation an die Zwei-Prozent-Zielmarke der EZB kann sich der Markt darauf vorbereiten, dass langsam die Zinswende eingeleitet wird.

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend seitwärts
langfristig: steigend

Entwicklung Leitzins und Inflation

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Ein Notar ist keine Garantie für fairen Kaufpreis

Anwalt

Beim Kauf eines Hauses oder einer Wohnung ist man an strenge vertragliche Regeln gebunden. Bei der Abwicklung geht ohne einen Notar laut der Gesetzgebung gar nichts. Der Notar erarbeitet die Vertragstexte, beurkundet sie und betreut die Abwicklung für die Beteiligten. Ob es sich um faire Kaufpreise handelt, dafür muss der Jurist allerdings keine Garantie abgeben.

Beim Hauskauf ist eine notarielle Beurkundung vorgeschrieben
Wenn die Verhandlungen über den Kauf eines Hauses oder einer Wohnung erfolgreich abgeschlossen sind, dann geht es darum, eine schnelle und reibungslose Abwicklung des Vertrags für alle Beteiligten sicherzustellen. In Deutschland ist die notarielle Beurkundung gesetzlich vorgeschrieben. Als Träger eines öffentlichen Amts ist der Notar verpflichtet, unabhängig und unparteiisch beide Parteien zu beraten und über mögliche Konsequenzen gewissenhaft aufzuklären. Für die Beurkundung des Kaufvertrags werden 1,5 % des Kaufpreises als Gebühren erhoben. Für die Bestellung eines Grundpfandrechts sowie für das Eintragen in das Grundbuch fallen weitere zusätzliche Kosten an.

Immobilienkauf

Vor dem Hauskauf im Zweifel einen Rechtsanwalt oder Steuerberater fragen
Der Notar ist aber keine Garantie für faire Regelungen zwischen beiden Parteien. Er klärt zwar über Konsequenzen auf, muss jedoch nicht prüfen, ob die zu treffenden Vereinbarungen wirtschaftlich sinnvoll sind. Sollten Fragen oder Unklarheiten in Bezug auf rechtliche oder steuerliche Punkte bestehen, so sollte man im Zweifelsfall rechtzeitig einen Rechtsanwalt oder Steuerberater zurate ziehen. Nur hier kann man eine persönlich fundierte Antwort bekommen. Auch wenn der Notar gleichzeitig Rechtsanwalt ist, kann er nicht Interessensvertreter für beide Parteien gleichzeitig sein.

Was macht der Notar
Im ersten Gespräch teilen die Vertragsbeteiligten dem Notar ihre Vorstellungen mit, sodass er einen Entwurf eines sachgerechten und ausgewogenen Kaufvertrages erstellen kann. Der Notar hat dabei besonders darauf zu achten, dass Käufer und Verkäufer keine ungesicherten Vorleistungen bei der Abwicklung des Kaufgeschäfts erbringen. Der Entwurf des Kaufvertrages hat den Vertragsbeteiligten rechtzeitig vorzuliegen, damit sie sich mit dem Gegenstand der Beurkundung auseinandersetzen können und im Vorfeld offene Fragen klären oder Änderungswünsche dem Notar mitteilen können. Wenn sich die Vertragsbeteiligten einig sind, wird der Kaufvertrag erstellt. Diesen muss er den persönlich anwesenden Vertragsbeteiligten vor Unterzeichnung vollständig vorlesen. Würde darauf verzichtet, wäre der Vertrag unwirksam. Erst nach Unterzeichnung und Beurkundung beantragt der Notar die Eintragung einer Vormerkung im Grundbuch und trägt alle Unterlagen zusammen, die für einen rechtssicheren-und lastenfreien Erwerb durch die Käufer erforderlich sind. Erst wenn dem Grundstückserwerb keine rechtlichen Hindernisse mehr entgegenstehen, muss der Käufer zahlen. Ist der Kauf abgewickelt, informiert der Notar das zuständige Finanzamt, damit dem Käufer der Grunderwerbsteuerbescheid erstellt wird.

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Frühjahrsputz bei der Baufinanzierung – Aufräumen und Sparen

Zinsen sparen

Jetzt, da die Tage wieder länger werden, lohnt ein Frühjahrsputz nicht nur im eigenen Zuhause, sondern auch in Bezug auf eine bestehende Immobilienfinanzierung. Beim Großreinemachen sollte ein prüfender Blick auf die Unterlagen der laufenden Baufinanzierung vorgenommen werden. Mit einem kurzen Check der Finanzierungsbedingungen kann man als Baufinanzierer seine Anschlussfinanzierung gezielt und ohne Zeitdruck auf Optimierungsmöglichkeiten prüfen. Oft kann Geld gespart und die Schuldenfreiheit beschleunigt werden. Auf diese 3 Punkte sollte man achten.

Erstens: Ende Zinsbindung herausfinden, mögliche Umschuldung prüfen
In meinem Beratungsalltag stelle ich immer wieder fest, dass sich der Großteil der Immobilieneigentümer nur ungern mit dem Thema Anschlussfinanzierung beschäftigt. Spätestens zwölf Monate vor Ablauf der Zinsbindung sollte man damit anfangen und sein Sparpotenzial bei einer Anschlussfinanzierung prüfen. Die meisten beginnen erst sich damit zu beschäftigen, wenn von dem bestehenden finanzierenden Institut Post kommt, dass die Zinsbindungsfrist abläuft. Das ist dann aber nur noch ca. 2 Monate vor dem Ablauftermin. Dann ist es jedoch allein aus Bearbeitungszeiten kaum noch möglich, dass finanzierende Institut zu wechseln und alle Sparmöglichkeiten für die Neugestaltung der Anschlussfinanzierung zu auszuschöpfen.

Laufende Baufinanzierungen mit Anschlussterminen in den Jahren 2018, 2019, 2020 oder später sollten auf ein Forward-Darlehen überprüft werden. Nutzen Sie dazu meine Forward-Darlehen-Strategie. Forward-Darlehen können aktuell zu einem Zinsniveau von teilweise unter 2 Prozent abgeschlossen werden. Gerade wer sich nicht regelmäßig mit der Zinsentwicklung beschäftigt, kennt weder das zurzeit nach wie vor günstige Zinsniveau noch wissen man, dass man sich gegen steigende Zinsen absichern kann. Viele überschätzen den zeitlichen und finanziellen Aufwand für eine Umschuldung. Dabei kann man mit einem frühzeitigen Angebotsvergleich und gegebenenfalls mit einem Bankenwechsel ohne nennenswerte Arbeit viel Geld einsparen. Die Anschlussfinanzierung sollte immer dazu genutzt werden, dass gesamte Finanzierungskonzept zu optimieren. Ein Beispiel: Wer in der Vergangenheit einen Baudarlehen mit 2 Prozent Anfangstilgung begonnen hat, kann in der Regel bei seiner Anschlussfinanzierung die Tilgung deutlich aufstocken. Im aktuellen Zinstief sollte mindestens die Höhe der bisherigen Monatsrate beibehalten werden, um nicht die Schuldenfreiheit auf den Sankt-Nimmerleins-Tag zu verschieben.

Anschlussfinanzierungslösungen

Zweitens: Bestehende Finanzierung optimieren
Sind beispielsweise Belastungen wie Ratenkredite inzwischen weggefallen oder hat sich das Gehalt erhöht? Sind Kinder ausgezogen? Dann ist eine an die veränderte Einkommenssituation angepasste Tilgungsrate sinnvoll – vor allem angesichts des nach wie vor niedrigen Zinsniveaus. Mitunter bieten Kredite die Möglichkeit zum kostenlosen Tilgungssatzwechsel. Prüfen Sie darüber hinaus Sondertilgungsmöglichkeiten. Oftmals sind diese vereinbart, werden aber nicht oder nicht vollumfänglich genutzt. Was ist mit Urlaubsgeld oder Sonderprämien? Jede Sondertilgung reduziert die Schuldenlast und spart Zinskosten. Ist eventuell sogar eine Umschuldung möglich und sinnvoll? Meist ist nicht genau bekannt, wann die Zinsbindung für den Erstdarlehen ausläuft. Vielen ist zudem nicht bewusst, dass sie mit dem Ende der Zinsbindung das Finanzierungsinstitut wechseln und bessere Konditionen erhalten können. Das gilt insbesondere für Baufinanzierer, die eine Finanzierung mit mehr als 10 Jahren Zinsbindung abgeschlossen haben. Einigen ist nicht präsent, dass sie nach 10 Jahren ein Sonderkündigungsrecht ausüben können. So wird aus einer bestehenden Erstfinanzierung schnell eine Umschuldung mit enormem Einsparpotenzial. Nutzen Sie hier meinen Musterbrief für die vorzeitige Kündigung eines Darlehens nach § 489.

Drittens: Günstiges Geld für Renovierung und Umbau aufspüren
Fällt der tatsächliche Frühjahrsputz rund ums eigene Zuhause etwas größer aus, sprich handelt es sich um eine Renovierung oder gar umfangreiche Sanierung? Auch hier lässt sich mit der richtigen Finanzierung Geld und Zeit sparen. Wenn eine größere Baumaßnahme plant und man über eine bereits abbezahlte Immobilie verfügt, ist die Beleihung des lastenfreien Objekts die kostengünstigste Variante. In diesem Fall profitiert man von den günstigen Zinsen eines Erstdarlehens und einem niedrigen Beleihungswert. Denn: Grundschuldbesicherte Darlehen sind so günstig, da sie für das Finanzierungsinstitut im Fall eines Zahlungsausfalls ein geringes Risiko mit sich bringen als andere Darlehen. Weil aber dafür eine Grundschuld eingetragen werden muss, was etwa bedeutet, dass Notarkosten anfallen, lohnt sich diese Variante in der Regel erst ab einer Darlehenssumme von 35.000 Euro aufwärts. Doch manchmal braucht es nur kleinere Schönheitsreparaturen, für die herkömmliche Konsumentenkredite geeignet sind. Im Gegensatz zur Baufinanzierung bedarf es bei diesen Krediten, die in der Regel zwischen 3.000 Euro und 25.000 Euro ratsam sind, zum Beispiel keiner aufwendigen und kostenpflichtigen Grundschuldeintragung. Ein Konsumentenkredit kann schnell abgeschlossen werden und steht üblicherweise sehr zeitnah zur Verfügung.

Wenn die Sanierung nicht nur der Schönheit dient, sondern auch der Erhöhung der Energieeffizienz, sollten spezielle KfW-Darlehen geprüft werden (beispielsweise das KfW-Programm KfW-Programm „Energieeffizient Sanieren“). Das gilt auch für die Modernisierung. Es werden auch Maßnahmen für den altersgerechten Umbau und den Einbruchschutz gefördert (beispielsweise KfW-Programm KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“). Die staatlichen Förderprogramme sind zwar an bestimmte Auflagen gebunden, dafür aber in der Regel zinsgünstig. Eine Übersicht der Fördermöglichkeiten finden Sie in der der KfW Broschüre – informativ und kostenlos für Ihre Finanzierungsplanung.

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Zinskommentar April 2017 – Lockere Geldpolitik bleibt trotz Erholung der EU-Wirtschaft bestehen

baufinanzierung marktlage

Auf der ECB and Its Watchers Conference Anfang April 2017 äußerte sich Mario Draghi über den Fortbestand der lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Zwar sprach er von einer erkennbaren Erholung der europäischen Wirtschaft, beschreibt jedoch im gleichen Atemzug die Dynamiken der Inflation, von denen er die Fortführung der aktuellen Geldpolitik abhängig macht. Niedrige Leitzinsen und Anleihekäufe sind für Mario Draghi die geldpolitischen Maßnahmen, die für ihn aktuell zielführend sind. Weiter beeinflussen die Hinweise von Zentralbankmitgliedern seine Entscheidung, die auch zum 27. April 2017 keine Veränderung zur bisherigen Geldpolitik aufzeigen wird.

Zahlreiche Kritiker gegen EZB-Geldpolitik
Schon seit Längerem muss sich Mario Draghi vor allem gegen die öffentliche Kritik aus Deutschland behaupten. Neue Daten zeigen eine Bilanzsumme der EZB von über vier Billionen Euro durch die kontinuierlich fortgeführten Anleihekäufe. Diese Summe ist zum ersten Mal in der Geschichte der EZB so hoch. Einen ganz anderen Kurs fährt die US-Zentralbank Federal Reserve (Fed), die das aktuelle Volumen von 4,5 Billionen Euro in kürzester Zeit verschlanken möchte. Der Bilanzabbau wird im kommenden Jahr starten, wie sich in den Protokollen der letzten Notenbanksitzung zeigt. Die positiven Daten des Arbeitsmarktes und eine Inflationsrate von über 2 Prozent sind die Grundlage, um durch die Verschlankung eine Überhitzung der US-Wirtschaft zu vermeiden. Auch wenn sich die Fed am 3. Mai 2017 zu einem nächsten Zinsentscheid trifft, wird es aktuell dennoch keine Zinsanhebung geben.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Bauzinsen laufen weiter seitwärts 
Bei den aktuellen Bauzinsen ist keine wirkliche Veränderung erkennbar. Der Seitwärtstrend der vergangenen Wochen hält weiter an. Bei einer Zinserhöhung in den USA kann man allerdings davon ausgehen, dass auch die hiesigen Baufinanzierungszinsen davon beeinflusst werden. Bisher gehen die Experten von lediglich drei kleinen Zinserhöhungen von jeweils 25 Basispunkten der US-Notenbank aus, wodurch nur mit leichten Zinssteigerungen in Deutschland gerechnet werden muss. Weiteres bleibt aber abzuwarten. Für Bauherren oder Immobilienkäufer tritt jedoch immer mehr die Frage in den Vordergrund, ein den Bedürfnissen entsprechendes Objekt oder Grundstück zu finden. Aufgrund der großen Nachfrage nach Immobilieneigentum, ist die Auswahl häufig begrenzt oder mittlerweile sehr teuer geworden. Hat man ein Objekt ins Auge gefasst, muss es dann meist sehr schnell gehen, da mehrere Interessenten vorhanden sind. Deshalb sollte man mit der Finanzierungsplanung nicht erst warten bis man ein geeignetes Objekt gefunden hat. Idealerweise führt man schon im Vorfeld eine Finanzierungsplanung mit groben Eckdaten durch. So kann geprüft werden, ob die Einkommenssituation und das Eigenkapital zum geplanten Finanzierungsvolumen passen und auch schnell zu einer Finanzierungszusage gelangt. Dies hat den Vorteil, dass man in den Kaufverhandlungen für ein passendes Objekt schnell reagieren kann.

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend seitwärts
langfristig: steigend

Entwicklung Leitzins und Inflation

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Hausreinigung

Für Hauseigentümer ist es nach dem Winter Zeit einen Frühjahrscheck an Haus und Hof vorzunehmen. Vor allem das Dach und die Ziegel, aber auch Dachrinnen, Putz, Fenster, Türen und sollten Hausbesitzer im Frühling unter die Lupe nehmen. Hierbei sollte als erstes geklärt werden, welche Arbeiten nötig sind, damit Ihr Haus nicht an Wert verliert. Aber auch versicherungstechnische Belange sollten überprüft werden. Angeknackste Äste in Bäumen oder leere Batterien in Rauchmelden können den Versicherungsschutz gefährden.

Mit einer Bestandsaufnahme die Mängel ermitteln
Ob der Winter kalt oder warm war ist dabei völlig unerheblich, denn der Winter kann an Gebäuden in vielfältiger Weise seine Spuren hinterlassen. Beispielsweise können bei einem milden Winter mit regnerischem Wetter das Dach und die Fassade von Nässe durchfeuchtet sein. Bei wintertypischen Temperaturen können durch Frost Risse im Mauerwerk entstehen oder zu losen Dachziegeln und beschädigten Dachrinnen führen.

Sparpotenzial Gebäudehülle Einfamilienhaus

Folgende Punkte sollten überprüft werden:

  • Dach und Fassade: Sind Dachziegel lose oder beschädigt, gibt es Undichtigkeiten in der Dacheindeckung, hat die Fassade Risse oder offene Stellen.
  • Regenrinnen und Fallrohre: Entfernen von Laub und Schutz, Suche nach Frostschäden
  • Solar- und Photovoltaik-Anlagen: Verschmutzungen an den Modulen reinigen, Prüfung der Bauteile
  • Fenster: Prüfung und Wartung der Dichtungen, Abschmieren der Mechanik
  • Holzelemente: Ist das Holz von Fensterläden, Carports oder Balkonen noch intakt oder schon angefault
  • Bäume: Trockene und beschädigte Äste entfernen
  • Gartenbewässerung: Leitungen durchspülen und Rohre, Wasserhähne auf Frostschäden prüfen.
  • Heizung: Die Heizungsanlage einem prüfenden Blick unterziehen, Reparaturen oder Erneuerungen lassen sich am besten in der heizfreien Zeit erledigen
  • Rauchmelder: Sind diese noch funktionstüchtig, sind die Batterien noch ausreichend geladen

Prioritäten setzen für die Mängelbeseitigung 
Bei eventuell vorhandenen Mängeln sollten Sie Prioritäten setzen. Hier gehört vor allen Dingen das Dach. Es können sich Ziegel verschoben haben oder gar gebrochen sein. Derartige Schäden am Dach sollten Sie schnellstens beheben, um ein eventuelles Eindringen von Wasser zu verhindern. Hierbei kann die Dämmung Schaden nehmen. Auch die Fallrohre sollten auf Frostschäden untersucht und Dachrinnen von Unrat befreit werden. Wenn das Regenwasser aufgrund einer Verstopfung nicht ablaufen kann, dringt dieses in den Putz ein und verursacht dort Schäden. Türen und Fenster gehören ebenfalls mit zum Haus und hier und da zeigt sich oft, dass auch hier der Winter nicht vor halt macht. An den Außentüren kann unter der Anschlagschiene Wasser eingesickert sein und somit unter den Estrich laufen.

Auf die Gewährleistungspflicht achten
Haben Sie Mängel gefunden und wohnen noch nicht lange in Ihrem neuen Haus kann es sein, dass die Gewährleistungspflicht noch nicht abgelaufen ist. In diesem Fall ist die Behebung der Mängel Sache der Firma, die Ihr Haus gebaut hat. Dafür sollte bei der Mängelfeststellung eventuell ein unabhängiger Sachverständiger vor Ort mit sein.

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Für die Deutschen ist der Wunsch nach dem eigenen Zuhause ungebrochen hoch

Haus

Vier von fünf Deutschen sind davon überzeugt, dass ihr Wohnglück in der eigenen Immobilie statt im Mietobjekt besteht. Doch wie genau soll das Wunschdomizil beschaffen sein, und in welcher Umgebung soll es liegen? Auch die Frage, welche Hindernisse beim Immobilienkauf von den Bundesbürger erwartet werden, wird beantwortet. In der aktuellen Wohntraumstudie der Interhyp gibt es ausführliche Antworten darauf. Hier ein intensiverer Blick auf die repräsentative Untersuchung, die nützliche Zahlen und Erkenntnisse bereit hält.

Garten ja, Sauna nein: Der Durchschnittskäufer mag es normal
Wie soll das Wunschobjekt beschaffen sein? Hier hat die Mehrheit der im Zuge der Wohntraumstudie Befragten klare Vorstellungen: Diese decken sich weitgehend mit denen aus früheren Studien: Das Einfamilienhaus ist mit 32 Prozent nach wie vor mit Abstand der beliebteste Haustyp. Energiesparhäuser und moderne Stadtwohnungen teilen sich den zweiten Platz auf der Beliebtheitsskala (jeweils 9 Prozent), gefolgt vom Bungalow, der für 8 Prozent den persönlichen Wohntraum darstellt. Auch in Bezug auf äußere Faktoren wie die Umgebung haben sich die Prioritäten nur in Nuancen verändert. Die Nähe zur Natur, nicht weitentfernte Einkaufsmöglichkeiten und Ärzte sowie eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr zählen wie in der Vergangenheit zu den Faktoren, die maßgeblich zur Zufriedenheit mit der Wohnsituation beitragen.

Wie in den Vorjahren wünschen sich die Deutschen vor allem eine moderne Einbauküche (77 Prozent). Viel Wert wird auch auf eine Garage und ein Gäste-WC gelegt. Auf Platz eins der zwingend notwendigen Extras landet wie in den Vorjahren der Garten (42 Prozent) und steht damit in der Gunst sogar vor Balkon oder Garage (29 Prozent/25 Prozent). Wohn-Extravaganzen hingegen sind zum Teil sogar noch weniger gefragt als früher: Nur 27 Prozent (minus 6 Prozentpunkte) wünschen sich einen Pool und gerade einmal 19 Prozent (4 Prozentpunkte weniger) eine Sauna. Die meisten Menschen brauchen also keinen Luxus, um in den eigenen vier Wänden glücklich zu sein.

Trend bei Wohneigentum zurück ins Umland

Viele Käufer haben Angst vor hohen Preisen und hohen Kosten
Laut der aktuellen Interhyp-Wohntraumstudie zählt ein attraktives Zuhause für 96 Prozent der Deutschen zu den wichtigsten Dingen im Leben – gleich nach Gesundheit (99 Prozent). Trotzdem verbinden viele Menschen den Eigenheimerwerb zunächst mit Hindernissen. 88 Prozent der Mieter befürchten unkalkulierbare Zusatz- beziehungsweise Baunebenkosten. 87 Prozent schreckt die hohe finanzielle Belastung durch den Kredit. An dritter Stelle der größten Bedenken beim Immobilienerwerb steht die Sorge, aufgrund hoher Nachfrage kein Baugrundstück zu einem angemessenen Preis zu erhalten (81 Prozent).

Die Bedenken sind nachvollziehbar, erweisen sich häufig jedoch als unbegründet. Wie die Befragung von Immobilieneigentümern im Zuge der Wohntraumstudie zeigt, bewahrheitet sich etwa die Sorge, kein passendes Baugrundstück zu bekommen vergleichsweise selten – trotz des in Bestlagen von Metropolen knappen und teuren Angebots. Im Schnitt aller Großstädte haben 85 Prozent aller „Wohnträumer“ diese Annahme – aber nur 50 Prozent der Hausbesitzer mussten beim Grundstück tatsächlich Kompromisse machen.

Was bedeuten die Zahlen für Bauherren und Immobilienkäufer?
Es zahlt sich aus, wenn wichtige Eckpunkte in Bezug auf das Grundstück und die Immobilie frühzeitig geklärt werden – am besten, bevor man mit der Suche beginnt. Mit einem gut ausgearbeiteten Finanzierungskonzept, kann man sich gegebenenfalls schnell entscheiden, ohne Gefahr laufen, hektisch eine falsche Entscheidung zu treffen. Mit der Erfahrung eines kompetenten Finanzierungsberaters können auch mögliche Ängste vor einer zu hohen finanziellen Belastung und vor unkalkulierbaren Baunebenkosten begegnet werden.

Wenn von Anfang die Finanzierung solide kalkuliert wird, bleibt der Immobilienkauf in der Regel ein planbares Unterfangen. Die Höhe der monatlichen Miete kann eine wichtige Orientierung bieten, welche Kreditrate man stemmen kann. Das Finanzierungskonzept sollte jedoch unbedingt einen Puffer enthalten, damit eine längere Bauzeit, unvorhersehbare Zusatzkosten oder veränderte Lebensumstände (etwa durch Arbeitslosigkeit) und neue Rahmenbedingungen (zum Beispiel in Form höherer Baugeldzinsen) abgefedert werden können.
Quelle: Prohyp GmbH

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Änderung bei KfW-Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss 455

KfW Förderprogramme

Die KfW-Bank informiert, dass im Zuschussprodukt Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455) die Mindestinvestitionskosten für Maßnahmen zum Einbruchschutz ab dem 17. März 2017 auf 500 Euro (bisher 2.000 Euro) gesenkt wurden. Der Mindestzuschussbetrag beträgt nun 50 Euro
(bisher 200 Euro). Damit können jetzt auch kleinere Sicherungsmaßnahmen mit einem Zuschuss
gefördert werden. Der Mindestzuschussbetrag für Maßnahmen zur Barrierereduzierung bleibt
dagegen unverändert bei 200 Euro und die Mindestinvestitionssumme bei 2.000 Euro.

Was wird im Programm Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss (455) gefördert
Die Kfz-Bank fördert Modernisierungsmaßnahmen, mit denen Barrieren reduziert, Wohnkomfort erhöht oder in Einbruchschutzmaßnahmen investieren wird. Dazu gehören:

Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz

  1. Einbau einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren nach DIN EN 1627 oder besser
  2. Einbau von Nachrüstsystemen für Haus- und Wohnungseingangstüren sowie Türspione (z. B. Türzusatzschlösser, Querriegelschlösser mit/ohne Sperrbügel)
  3. Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster, Balkon- und Terrassentüren sowie einbruchhemmender Gitter und Rollläden (z. B. aufschraubbare Fensterstangenschlösser, drehgehemmte Fenstergriffe, Bandseitensicherungen, Pilzkopfverriegelungen)
  4. Einbau von Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen (z. B. Kamerasysteme, Panikschalter, Personenerkennung an Haus- und Wohnungstüren, intelligente Türschlösser)
  5. Baugebundene Assistenzsysteme (z. B. (Bild-)Gegensprechanlagen, Bewegungsmelder, Beleuchtung, baugebundene Not- und Rufsysteme)

Interesse an Modernisierungsmaßnahmen

Einzelmaßnahmen zur Barrierereduzierung

Diese Maßnahmen können Sie auch miteinander kombinieren:

  1. Wege zu Gebäuden und Wohnumfeldmaßnahmen
    • Wege zu Gebäuden, Garagen, Sitz- und Spielplätzen sowie zu Entsorgungseinrichtungen
    • Umbau und Schaffung von altersgerechten Kfz-Stellplätzen sowie deren Überdachung
    • Umbau und Schaffung oder Überdachung von Abstellplätzen für Kinderwagen, Rollatoren/Rollstühle und Fahrräder
    • sonstige Wohnumfeldmaßnahmen in bestehenden Gebäuden ab 3 Wohneinheiten
  2. Eingangsbereich und Wohnungszugang
    • Abbau von Barrieren im Hauseingangsbereich und bei Wohnungszugängen
    • Schaffung von mehr Bewegungsfläche
    • Wetterschutzmaßnahmen wie Überdachungen
  3. Überwindung von Treppen und Stufen
    • Einbau, Nachrüstung oder Verbesserung von Aufzugsanlagen
    • Treppenlifte
    • barrierereduzierende Umgestaltung von Treppenanlagen
    • Rampen zur Überwindung von Barrieren
  4. Umgestaltung der Raumaufteilung und Schwellenabbau
    • Änderung des Raumzuschnitts von Wohn- und Schlafräumen, Fluren oder Küchen
    • Verbreiterung von Türdurchgängen mit Einbau neuer Innentüren
    • Schwellenabbau
    • Erschließung oder Schaffung von Terrassen, Loggien oder Balkonen
  5. Badumbau
    • Änderung der Raumaufteilung des Bades
    • Schaffung bodengleicher Duschplätze einschließlich Dusch(-klapp)sitze
    • Modernisierung von Sanitärobjekten (WC, Bidets, Waschbecken und Badewannen)
  6. Orientierung, Kommunikation und Unterstützung im Alltag
    • Altersgerechte Assistenzsysteme (z. B. für Bedienungs- und Antriebssysteme für Türen, Rollläden, Fenster, Beleuchtung, Heizung)
    • Modernisierung von Bedienelementen
    • Einbau von Stütz- und Haltesystemen einschließlich Maßnahmen zur Nachrüstung
    • Maßnahmen zur Verbesserung der Orientierung und Kommunikation wie zum Beispiel Beleuchtung, Gegensprech- oder Briefkastenanlagen
  7. Schaffung von Gemeinschaftsräumen, Mehrgenerationenwohnen
    • Umgestaltung von bestehenden Flächen zu Gemeinschaftsräumen oder Schaffung von Gemeinschaftsräumen

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der KfW-Bank unter https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Förderprodukte/Altersgerecht-Umbauen-Investitionszuschuss-(455)
Quelle: KfW-Bank

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Zinskommentar März 2017 – Leitzinserhöhung der Fed und Bauzinsen legen zu

baufinanzierung marktlage

Vor den Präsidentschaftswahlen reagierte die US-Notenbank Chefin verhalten und äußerte sich nicht über eine anstehende Anhebung der Leitzinsen. Mit Beendigung der Wahlen wurde die Leitzinserhöhung am 14. Dezember 2016 beschlossen und soll vorerst um 0,25 Prozentpunkte, später um 0,5 bis auf 0,75 Prozentpunkte erfolgen. Das Jahr 2017 könnte einige Veränderungen mit sich bringen und für Anhebungen sorgen, die im Zusammenhang mit der Beendigung der Deflationsgefahr und dem soliden Wachstum der US-amerikanischen Wirtschaft steht. Auch das Lohnniveau ist gestiegen und immer mehr Menschen befinden sich in Vollbeschäftigung. Aktuell spricht sich Notenbank Chefin Yellen aber noch gegen eine weitere Leitzinserhöhung aus und nimmt Rücksicht auf die Schwellenländer wie die enorme Dollar-Verschuldung. Fakt ist aber, dass weitere Korrekturen nicht ausgeschlossen sind und es wahrscheinlich noch in diesem Jahr ein bis zwei Erhöhungen geben wird.

Ein Blick auf die Leitzinsen Europas
Auch die EZB traf sich im März und tagte eine Woche vor der US-Notenbank Fed. Im Gegensatz zu den USA steht für Europa derzeit keine Leitzinserhöhung im Fokus. Ob der Kurs allerdings weiter bei 0,00 Prozent bleibt, sei abzuwarten. Noch hat sich Draghi mit Blick auf die anhaltend niedrige Inflation gegen die Anhebung des Leitzins und des Einlagezins bei – 0,4 Prozent entschieden und lässt sich von der Gefahr einer Kapitalabwanderung gen USA nicht beeindrucken. Die EZB handelt konträr und es ist nicht das erste Mal, dass sich Draghi von Yellens Entscheidungen unbeeindruckt zeigt und seiner Linie treu bleibt. Die Zielinflation liegt bei zwei Prozent, wobei die Real-Inflation aktuell nur 0,8 Prozentpunkte aufweist und somit in weiter Entfernung vom eigentlichen Ziel liegt. Fakt ist allerdings, dass der Dezember 2016 mit einem weiteren Anstieg der Bauzinsen einherging und Fragen aufwirft, in welchem Zusammenhang die Erhöhung bei unverändertem Leitzins steht.

Zinsentwicklung über ein Jahr

Spürbare Veränderungen für Verbraucher
Entscheidungen über den Leitzins stehen in der Regel mit einer Reaktion der Bauzinsen im Zusammenhang. Die Reaktion ist allerdings nicht von der Verkündung abhängig und zeigt sich bereits im Vorfeld. Durch die Ankündigung einer Verlängerung des EZB-Anleihekaufprogramms mit einhergehender Verringerung der Kaufsumme um monatlich 20 Milliarden Euro hat der Markt spürbar reagiert. Zehnjährige Bundesanleihen gerieten vorübergehend unter Druck und zogen die veränderte Verzinsung von Pfandbriefen nach sich. Die Refinanzierung von Baufinanzierungen erfolgt über Pfandbriefe, wodurch die höheren Kosten direkt an den Kunden weitergegeben wurden. Neben der Bauzinserhöhung von 0,79 auf 0,95 Prozentpunkte haben sich auch die Verbraucherpreise in Gegenüberstellung zum Vorjahresmonat um 0,80 Prozentpunkte gesteigert. Fakt ist, das Leben wird teurer und die Anhebung der Zinsen wie der Verbraucherpreise erfolgt unabhängig von einer Leitzinserhöhung. Die Zusammenhänge liegen tiefer, wodurch sie dennoch in einem direkten Zusammenhang mit Handlungen der EZB stehen und von den Entscheidungen Draghis wie auch der Fed spürbar geprägt sind.

In nächster Zeit sind keine Überraschungen bei den Bauzinsen zu erwarten
Für das Jahr 2017 ist damit zu rechnen, dass die EZB ihren geldpolitischen Kurs beibehält und den Leitzins bei null belässt. Deshalb ist in den kommenden Monaten ein überraschender stärkerer Anstieg der Bauzinsen nicht zu erwarten, sondern eher kleinere Kurskorrekturen. Auch wenn es ein kleines Stück bei den Zinsen nach oben geht, darf man nicht vergessen, dass wir uns bei den Bauzinsen weiter auf einem historisch niedrigen Niveau befinden.

Tendenz der Baufinanzierungszinsentwicklung:
kurzfristig: schwankend seitwärts
langfristig: steigend

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Energielabel für den alten Heizkessel

Energieverbrauchskennzeichnung

Beim Kauf vieler Geräte, wie Kühlschränke, Staubsauger oder Waschmaschinen begleitet uns seit mehreren Jahren schon das Energielabel. Im Jahr 2015 wurde vom Gesetzgeber beschlossen, auch für neue Heizkessel ein Energielabel einzuführen. Ab dem Jahr 2016 wurde auch ein Energielabel für alte Heizkessel im Gebäudebestand auf dem Markt gebracht. Seit Januar 2017 ist der zuständige Schornsteinfeger verpflichtet, bei seinem Besuch das Energielabel auf alle Öl- und Gasheizkessel, die älter als 20 Jahre sind anzubringen.

Ein C oder D für den Kessel
Durch das Energielabel ergibt sich für den Besitzer des Heizkessels jedoch keine Notwendigkeit, etwas zu unternehmen. Das Energielabel für Bestandsheizungen ist für Endkunden auch kostenfrei. Hausbesitzer müssten das Anbringen des Etiketts aber dulden. Der Aufkleber bewertet die Effizienz des Heizkessels. Dazu ermittelt der Schornsteinfeger anhand einer Liste von Heizungsmodellen die dazugehörige Energieeffizienzklasse. Ältere Heizkessel erhalten meist ein Label mit der Energieeffizienzklasse C oder D. Hier finden Sie ein Beispiel für ein solches Etikett und was Sie ihm entnehmen können.

Vergleich der Energielabel für neue und alte Heizungen

Energielabel soll zur Modernisierung motivieren
Es wird dabei nicht bewertet, ob die Heizung optimal eingestellt ist, ob die Rohrleitungen gedämmt sind oder ob die Heizung womöglich zu groß dimensioniert ist. Das Etikett soll zur Erneuerung der Heizung animieren, denn eine Austauschpflicht besteht nicht. Nach der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) müssen Heizkessel ausgetauscht werden, wenn sie älter als 30 Jahre sind. Eigentümer von Ein-und Zweifamilienhäusern, die seit 2002 und länger in ihrem Haus wohnen, sind von dieser Regelung ausgenommen.

Welche Informationen stehen auf dem Energielabel für alte Heizkessel?
Im Gegensatz zum Energielabel für Neugeräte weist das Energielabel für Bestandsheizungen weniger Informationen auf. Es geht bei den Altgeräten nicht um den Vergleich verschiedener Kessel, sondern eher um eine allgemeine Lageeinschätzung. Schallleistungspegel oder Leistungsangaben fehlen, da Schallleistungspegel für Altgeräte häufig nicht mehr ermittelbar sind und da alte Kessel oft überdimensioniert ausfallen und ein Neukauf in entsprechender Größenordnung nicht nahegelegt werden soll. Bei einem angedachten Heizungstausch sollte deshalb genau analysiert werden, wie viel kW Heizleistung die Immobilie tatsächlich benötigt.

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Der Mann für alle Streitfälle bei Bauvorhaben

Rohbau

Als privater Bauherr muss man bei einem Streit mit den Auftragsnehmern nicht unbedingt gleich vor Gericht ziehen. Stattdessen kann man sich an eine Schlichtungsstelle wenden. Der Ombudsmann Immobilien wurde gemeinsam vom Verband Privater Bauherren und dem Immobilienverband Deutschland (IVD) ins Leben gerufen. Die Schlichtungsstelle wurde vom Bundesamt für Justiz anerkannt und kann von allen privaten Bauherren kostenlos angerufen werden.

Schlichter für Konflikte bei Bauvorhaben
Seit 2008 hilft der Ombudsmann vor allem bei vertraglichen Problemen, beispielsweise bei Fragen zu Terminvereinbarungen, ungenauen Leistungsbeschreibungen, zum Zahlungsplan, fehlenden Berechnungen und Nachträgen. Bei bautechnischen Fragen kann der Ombudsmann nicht weiter helfen und er kommt auch nicht auf eine Baustelle zu einer Mängelbegutachtung. Der Ombudsmann soll die ihm vorgelegten Aussagen von Verbrauchern und Unternehmen möglichst neutral nach Recht und Gesetz bewerten. Der Verbraucher muss seine Beschwerde schriftlich formulieren und anhand relevanter Korrespondenz möglichst lückenlos dokumentieren.

Risiken und Konfliktsituationen privater Bauherren

Das Schlichtungsverfahren ist für die Beteiligten kostenlos und soll in der Regel in weniger als fünf Monaten abgeschlossen sein. Nur Verbraucher können den Ombudsmann beauftragen. Wenn der Ombudsmann die Beschwerde für zulässig hält, dann fordert er das Unternehmen zur Stellungnahme auf und holt gegebenenfalls ergänzende Informationen von dem Verbraucher ein. Das Unternehmen erklärt zu Beginn des Verfahrens, ob es sich der Entscheidung des Ombudsmanns unterwerfen wird. Wenn das Unternehmen sich dem unterwirft, ist der Schlichtungsvorschlag des Ombudsmanns für das Unternehmen bindend. Der Verbraucher muss auf den Schlichtungsvorschlag nicht eingehen. Ihm steht in jedem Fall der Weg zu den ordentlichen Gerichten offen.

Der Schlichter ist erreichbar unter:
Ombudsmann Immobilien IVD/VPB – Grunderwerb und -verwaltung
Littenstr. 10
10179 Berlin
E-Mail: info@ombudsmann-immobilien.net
http://www.ombudsmann-immobilien.net

Auch über den Bauherren-Schutzbund e. V. besteht für Bauherren die Möglichkeit für eine Unterstützung in Streitfällen. Der Bauherren-Schutzbund e. V. hilft unter anderem privaten Bauherren bei Alt- und Neubauprojekten bei der Durchsetzung ihres Anspruchs auf Vertragserfüllung und fachgerechter mängelfreier Ausführung der Bauleistungen und hilft so wirtschaftliche Risiken zu mindern. Der Verein kann auf ein bundesweites Beratungsnetz mit unabhängigen Bauherrenberatern, Vertrauensanwälten und Servicepartnern zurück greifen.

Der Bauherren-Schutzbund e. V. ist erreichbar unter:
Bauherren-Schutzbund e.V.
Kleine Alexanderstr. 9-10
10178 Berlin
E-Mail: office(at)bsb-ev.de
https://www.bsb-ev.de

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